kunterbunter Stadtteil
AKIHABARA

U-Bahn: Akihabara (JR Yamanote-, Keihin-Tohoku- und Sobu-Linie; Tokyo Metro Hibiya-Linie; Toei Asakusa-Linie sowie Tsukuba Express)
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Akihabara ist die Glühbirne von Tokyo – leuchtend und voller Strom. Schon in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich Akihabara schnell zum Elektronik-Zentrum der Stadt Tokyo. Angefangen mit Radiogeräten und Bauteilen, die vom Krieg und von den Alliierten übrig blieben, entwickelten sich entlang der Bahnlinie viele kleine Läden und Stände, die diesen Reste verkauften. Schnell kamen elektronische Haushaltsgegenstände hinzu, dann Computer und Videospiele.

Heute ist Akihabara, oder „Akiba“, wie es auch gerne abgekürzt wird, auch ein Zentrum der Anime- und Manga-Szene. Es gibt unzählige Shops, die sich dieser japanischen Pop-Kultur verschrieben haben, ein jeder Fan wird dort alles finden, was sein Herz begehrt und seine Geldbörse hergibt. Denn Gelegenheiten Geld auszugeben gibt es hier wirklich genug.

JR

Akihabara ist ein Stadtteil Tokyos ohne viele besondere Sehenswürdigkeiten: Der Ort selbst ist eine einzige, große Sehenswürdigkeit. Man muss einfach selbst durch die Straßen schlendern und dabei die riesige, blinkende und laute Auswahl begutachten, um eine Vorstellung davon zu gewinnen.

Die JR Akihabara Bahnstation liegt recht zentral im Osten der Stadt, nördlich von der Tokyo Bahnstation und sie lässt sich einfach mit den größeren Linien erreichen. Von Shinjuku aus kann man mit der Chuo-Sobu Line ohne Unterbrechung und für nur 190 Yen nach Akihabara fahren, für den selben Preis auch mit der Yamanote Line, die einmal rund um die inneren Stadtteile von Tokyo führt.

In der Station ist dann der Eingang zur „Akihabara electrical town“ auch direkt in Englisch ausgeschildert.

Die meisten Geschäfte und Attraktionen befinden sich rund herum um die Station, ein Rundgang lohnt sich also.

Im Tokyo Anime Center, ca. 5 min von der Bahnstation, kann man sich über aktuelle und vergangene Anime informieren und jede erdenkliche Form von Merchandising erhalten. Von Puppen und Tassen, über Taschentüchern bis hin zu Manga-Toilettenpapier ist tatsächlich alles dabei. Darüber hinaus kann man auch ein paar Informationen über den Stadtteil Akihabara in Englisch einholen. Das Tokyo Anime Center lohnt sich also als ein erster Punkt beim Besuch von Akihabara.

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Tokyo Anime Center, Yodobashi-Akiba, Straßenbild von Akihabara

 

Unweit von der Station und als großes, beschriftetes Gebäude auch gut zu erkennen ist Yodobashi Camera, wo auf neun Stockwerken sämtliche elektronische Wünsche erfüllt werden können – nicht nur für Fotografen, wie man vom Namen vielleicht vermuten könnte. Hier, wie auch in großen Teilen im Rest von Akihabara, kommt man mit Englisch sehr gut zurecht.

Yodobashi Camera bietet eine sehr große und qualitativ hochwertige Auswahl an elektronischen Gütern. Jedoch lohnt ein Besuch in die kleineren Läden rund um die Station. Dort sind die Preise meist etwas billiger. Es gibt auch Läden, in denen man zollfrei einkaufen kann (Duty Free Shops), aber insgesamt sind die Preise der Elektronik ähnlich der in Deutschland. Doch wenn man sucht, wird man schon das eine oder andere Schnäppchen finden.

 
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game otakusSpiele Orakus

Für Videospiel-Fans lohnt ein Besuch in der mehrstöckigen Sega World, die mit Konsolen, leuchtenden Bildschirmen und lauten Spielen bis obenhin voll gestellt ist. Unten stehen mehrere kleine Spiele, bei denen Puppen oder Ähnliches gewonnen werden kann. In den oberen Stockwerken sind die Spiele dann etwas ausgefeilter.

Bei einem langen Gang durch all die elektrischen Seitengassen von Akiba wird man auch ein paar Mädchen treffen, die wie Dienstmädchen gekleidet sind und die in ein Maid Cafe einladen:

Ein Maid Café ist eine Cafe, in dem die Kellnerinnen angezogen sind wie französische Dienstmädchen und sich etwas benehmen, wie Anime-Charaktere. Maid Cafés haben durchaus auch ihren Ursprung im „Cosplay“, bei dem japanische Jugendliche in das Kostüm ihrer Lieblings Anime- oder Manga-Figur schlüpfen, und so ihre Leidenschaft ausleben.

 

Sie stehen auf der Straßemaid

So gibt es auch eine große Vielzahl an Maid Cafés: Bei einigen sehen die Kellnerinnen aus wie Katzenmädchen (Neko-girls), wie Schulmädchen oder sogar wie Samurai-Kriegerinnen. Im „klassischen“ Maid Cafe jedoch läuft alles recht normal ab – und es ist auch weniger anrüchig als in einigen Medien dargestellt. So sitzen unter den Gästen nicht nur einsame Otakus (extreme Manga-Fans, die nur in virtuellen Welten sich wohl fühlen), sondern auch Liebespärchen oder ganz normale Leute.

In Maid Cafés geht es darum, ein besonderes Gefühl von „moé“ zu erzeugen. „Moé“ bedeutet etwas besonders „süß“ oder „niedlich“ zu finden, eine gewisse Form vom „kleinen Schwester“-Faktor. Mit einem besonderen Lächeln servieren dann die Maids die Getränke und sagen dabei einen Spruch auf:

„Oishikunare, oishikunare, moe moe kyu!“

Was soviel heisst wie: „Werde lecker, mit einer Portion moé“. Jedes Maid Café hat jedoch unterschiedliche Sprüche.

 

Nach einem langen Tag in Akihabara und vollen Einkaufstasche ist das der richtige Ort, um in die Anime-Kultur einzutauchen, zu entspannen und sich freundlich bedienen zu lassen. Und nach dem Besuch verabschieden sich die Maids mit einem Lächeln und wünschen eine sichere Reise durch den Rest des Tages...

 

Wie man dahin kommt:

Akihabara Station (JR Yamanote-, Sobu- und Keihin-Tohoku-Linie; Tokyo Metro Hibiya-Linie sowie Tsukuba Express)

Mitnehmen sollte man:

Große gefüllte Geldbörse
Große Einkaufstaschen
Pass (für Zollfreie Waren, und als Altersnachweis, einige Abschnitte und Läden sind ab 18)
Etwas Mut und Neugier für Maid Cafes

Vermeiden sollte man...

...gleich beim ersten Angebot zuzuschlagen. Der nächste Laden hat es bestimmt etwas billiger!

Weblinks:

- Offizielle Seite von Akihabara (englisch)
- Akihabara News: Über die neuesten elektronischen Spielzeuge und Errungenschaften (englisch)

 

maid cafeMaids bei der Arbeit

gacha-gachaFiguren-Automaten

toiletpaperKlopapier

 

Berichtet von Fritz Schumann in Tokyo (blog von fritz schumann)