U-Bahn: Kudanshita
Tokyo Metro Tozai- und Hanzomon-Linie sowie Toei Shinjuku-Linie
Mitama-Matsuri im Yasukuni-Schrein
13. – 16. Juli, jedes Jahr
Yasukuni-Schrein mit Aufgang
Um die 30.000 Laternen schmücken den Tokyoter Himmel während der drei Abende im Juli. MITAMA MATSURI, das Fest der Seelen, im Yasukuni-Schrein am nördlichen Rand des Kaiserpalastes, gehört zu den ersten, die während der Obon-Saison im Sommer stattfinden, und zählt über 30.000 Besucher jedes Jahr. Im sonst eher nüchtern anmutenden Stadtteil Kudan strömen an diesen Abenden Männer und Frauen in bunten Yukatas (Sommer-Kimonos) durch das riesige Torii-Tor aus Bronze.
Hauptschrein
Die breite Straße, die zum zweiten, inneren Torii und weiter zum Hauptschrein führt, ist zu einer einzigen Fressmeile verwandelt und duftet abwechselnd nach leicht angebrann-ter Sojasoße und künstlich süßem Erdbeersaft. Es wird im Stehen gegessen und getrunken, oder, schafft man einen der Kunststofftische in den Zelten hinter den fliegenden Köchen zu ergattern, auch im Sitzen.
Dazwischen gibt es Menschen, Menschen, Menschen.
Laternenpracht am Festabend
Bald stoßt man auf eine Gruppe von Tänzern, die im Kreis um das Podium der Musiker herum tanzen. Jeder darf, jeder sollte mitmachen, denn der Tanz beruhigt und erfreut die Seelen, die sich zu Obon-Zeit auf ihrem jährlichen Kurzbesuch bei uns aufhalten, bevor sie zu Jenseits zurück kehren.
Wie im richtigen Taifun ist es ruhiger in der Mitte. Hinter dem zweiten Torii findet man sich umsäumt von hunderten von Laternen, jede einzelne mit einem Gebet beschriftet. Nach der rituellen Händereinigung schreitet man zum Hauptschrein, beugt sich und klatscht in die Hände, um sich bei den Göttern Gehör zu verschaffen. Eine typische Wunschliste umfasst Wohlergehen der Familie, friedliche Ehe, beruflichen oder akademischen Erfolg, eine Partnerschaft, ein Kind…
Irgendwann zwischen Mitte Juli und Mitte August etwa feiert jeder Stadtteil und jedes Dorf ein Fest. Weit zerstreute Familienmitglieder und Verwandte kommen wieder zusammen, alte Schulfreunde erinnern sich an die gemeinsame Jugend, neue Generationen wachsen in die Gemeinschaft hinein.
Rituale sind vom Ort zu Ort unterschiedlich. Hier werden die Laternen neben einander gereiht, dort werden sie einzeln auf kleinen Holzschiffchen vom Wasser getragen. An manchen Orten findet man Gurken- und Auberginenfiguren als Reittiere der reisenden Seele am Straßenrand aufgestellt, an manchen anderen wiederum reiche Opfergabe auf Booten aus Schilfgras.
Wer durch die gebratenen Nudeln mit einer Einheitssoße durchzukauen und jene kleinen Details zu finden vermag, die jedes Fest zu einem einmaligen machen, der kann sich besonders in der Sommerzeit auf viele Entdeckungen freuen!






