Tsukiji-Markt
Tsukiji ist der beliebteste Ort schlechthin für Tokyo-Besucher. Hier einige Grundinformationen über den Markt und gewisse “Regeln”, die man als Besucher beachten soll
Tsukiji ist einer der größten Fischmärkte der Welt. Morgens um fünf herrscht da schon ein reges Treiben. Bei der Menge der Fahrzeuge und vor allem dieser besonderen Ein‐Mann‐Transportwagen, die sonst nirgends zu sehen sind und zu Hunderten über den Markt hinwegfegen, wundert einen schon, dass so wenig Unfälle passieren trotz des großen Andrangs von japanischen und ausländischen Touristen.
Gerade wegen der zunehmenden Beliebtheit gibt es etwas Reibungen zwischen Markthändlern und Touristen. Der Tsukiji‐Markt ist auch gar nicht dazu konzipiert, so viele Touristen aufnehmen zu müssen. Selbst mit Händlern allein platzt der Markt aus allen Nähten, weil sich das Umschlagvolumen an Fischen auf mehr als 2000 Tonnen pro Tag beläuft. Daher gibt es seit geraumer Zeit den Plan, den Markt auf die andere Seite des Sumida Flusses nach Toyosu zu verlegen.
Es gibt dazu unterschiedliche Meinungen unter den Markthändlern. Manche befürchten den Verlust der Marke Tsukiji, denn der Markt befände sich gar nicht mehr in Tsukiji. Ob die Stadt Tokyo den Namen Tsukiji behalten wird – darüber wird spekuliert.
Auch gegenüber den Touristen ist die Einstellung der Markthändler unterschiedlich. Es gibt durchaus Händler, die Touristen gerne haben und von sich aus Auskünfte erteilen oder tolle Fotomotive anbieten. Manche finden jedoch die vielen Touristen eher störend für ihr Geschäft.
Man einigte sich Anfang April 2008 auf neue Regeln. Danach gibt es einen gesondert markierten Gangbereich in der Mitte der Thunfisch‐Versteigerungshalle, wo sich Touristen aufhalten dürfen.
Gegen 5:30 Uhr fangen die Versteigerungen an und wie gewohnt “singen” und “tanzen” die Auktionsführer (zumindest sieht es für außenstehende Laien so aus) und die Fische werden markiert mit dem Kürzel des Meistbietenden, verschwinden innerhalb einer Stunde in alle Richtungen – kleinere werden mit einer Sichel verschleppt, größere kommen auf einen “Leichenwagen” mit Rädern und andere direkt in ihre “Särgen” aus Holz. Der Anblick hat schon etwas Makabres an sich, aber das ist auch etwas Besonderes an diesem Fischmarkt.
Wenn man danach das Sushi‐Frühstück zu sich nehmen möchte, soll man sich etwas beeilen. Denn in letzter Zeit hat sich der Touristenandrang auf Tsukiji durch Medien noch verstärkt und es bilden früh morgens schon Schlangen vor den kleinen Sushi‐Restaurants in der Seitengasse Uogashi‐dori. Diese sind eigentlich keine Restaurants wie im benachbarten Bezirk Ginza, sondern dienten in erster Linie als Kantine für dortige Marktarbeiter und Händler. Daher sind sie gar nicht groß – gerade eine Theke lang.
Die Länge der Schlangen ist unterschiedlich, je nach dem Bekanntheitsgrad durch Medien. Geschmacklich unterscheiden sie sich nicht in dem Maße, denn sie beziehen das Rohmaterial vom gleichen Markt. Also kann man sich getrost dort anstellen, wo noch nicht so viele Menschen anstehen. Spätestens nach einer weiteren Stunde bildet sich auch dort eine Schlange. Was den Sushi angeht, so kann man in Tsukiji gar nicht falsch liegen!
Tsukiji-Regeln
- Zutritt nur für einzelne Besucher; Gruppen mit mehr als 5 Personen müssen sich aufteilen!
- Fotografieren mit Blitz ist in der Auktionshalle verboten.
- Thunfisch-Auktion wird nur als geführte Touren besichtigt: Die Anzahl der Besucher an einem Tag wird auf maximal 140 Personen begrenzt. Es gilt First come first served: Wer zuerst kommt, erhält Eintritt. Treffpunkt ist “Visitor reception area” in “Data and information center for fish” (Neben dem Eingang Kachidoki Gate). Die Besucherregistration beginnt ab 4:30. Täglich werden zwei Besichtigungstouren (5:00 bis 5:40 bzw. 5:40 bis 6:15) in Gruppen à 70 Besuchern durchgeführt.
- Außerdem wird gebeten, weitere öffentlich zugängliche Bereiche außerhalb der Thunfisch-Halle erst ab 9:00 zu betreten, um den normalen Marktbetrieb nicht zu stören.
Diese Regeln wurden neu eingeführt, weil der Markt kapazitätsbedingt keinen großen Besucherandrang verkraften kann. Außerdem wird damit der normale Marktbetrieb sichergestellt und nicht zuletzt der Sicherheit der Besucher Rechnung getragen.
Der Markt, die Stadt Tokyo und die Tourismusbeauftragte bitten daher um Ihr Verständnis.
Wenn Sie es ganz genau wissen möchten, können Sie sich auf der Website über die Öffnungs- und Schließtage des Tsukiji-Marktes informieren. An den rot markierte Tagen im Kalender ist der Markt geschlossen.






