Mode, Kunst und junge Menschen –
Willkommen in Shibuya
In Shibuya befindet sich die geschäftigste Straßenkreuzung der Welt, die stündlich von mehreren tausend Menschen passiert wird. In dieser Menschenmasse aufzufallen ist nicht leicht, dementsprechend steht Shibuya auch für ein Zentrum für auffallende Mode von jungen Tokyotern, die den Stadtteil als ihren Laufsteg nutzen – und die Verkehrsteilnehmer als ihr Publikum.
Statue von Hachikō
Alles was Shibuya in der Welt bekannt macht, lässt sich leicht rund um den großen Bahnhof finden. Bevor es ins Nachtleben geht, treffen sich viele Jugendliche hier auf dem Vorplatz, auf dem es am Wochenende vor Menschen absolut kein Treten mehr gibt.
Beliebter Treffpunkt ist die Statue von Hachikō, die sich direkt bei dem gleichnamigen Hachikō-Exit befindet. Hachikō war der Hund eines Professors der Universität Tokyo, der jeden Tag am Bahnhof auf die Rückkehr seines Herrchens wartete. Selbst als sein Herrchen 1925 starb, kam Hachikō jeden Tag zum Bahnhof und wartete auf ihn. Nach anfänglicher Skepsis kümmerten sich die Bahnleute um den Hund und irgendwann schaffte es die Geschichte, vom treuen Hund, der selbst über den Tod hinaus auf sein Herrchen wartet, in die Medien von Japan und rührte das ganze Land. Im Beisein von Hachikō wurde 1934 ihm zu Ehren eine Statue an dem heutigen Platz aufgestellt. Ein Jahr später verstarb der Hund, er wurde präpariert und kann bis heute im Nationalmuseum der Naturwissenschaften im Tokyoter Stadtteil Ueno besichtigt werden.
Shibuya Scramble Crossing
Der Treffpunkt vor der Hachikō-Statue in Shibuya ist so beliebt, dass sich jeden Tag hunderte Leute davor sammeln – und es somit nicht wirklich einfacher wird, sich in der Menschenmasse zu finden.
Unweit von Hachikō befindet sich die Shibuya Scramble Crossing, die große Straßenkreuzung, die alle drei Minuten 1.000-3.000 Menschen auf einmal passieren. In den Medien wird diese Kreuzung immer gern als das Symbol für Tokyo gezeigt, mit seinen vielen Menschen und organisierten Chaos. Steht man dann allerdings selbst auf der Kreuzung und wartet darauf, dass die Ampel grün wird, muss man feststellen, dass es eben doch nur eine Straßenkreuzung ist. Hier befindet sich auch das umsatzstärkste Starbucks der Welt, umringt von Gebäuden mit mehreren riesigen Monitoren, die konstant Werbung schalten. Ein großes Publikum hat man hier auf jeden Fall.
Abgehend von der Scramble Crossing ist die Center Gai, eine lange schmale Gasse, in der sich viele Klamottenläden dicht an dicht drängen. Viele Modetrends fanden hier ihren Ursprung und hier findet sich die Kleidung für die Jugendkultur von Shibuya. Das wissen auch die Ladenbesitzer und verlangen etwas mehr Geld vom Kunden.
Verfolgt man die lange Center Gai gelangt man irgendwann zum Bunkamura Gebäude, einem Haus für Kultur. Erstklassige Museen, Theater, Kinos und Buchläden finden sich hier.
Shibuya wird von einigen Tokyotern nicht gemocht oder sogar gemieden, weil es eben so überfüllt ist. Tokyo ist zwar überall eng, doch wirklich überfüllt ist es nur in Shibuya und in Shinjuku. Doch an Shibuya kommt man kaum vorbei, wenn man sich auch nur ein wenig für Kultur interessiert oder sich ins Nachtleben stürzen will. Sehr viele kleine wie auch große Galerien sind in Shibuya und in der Anzahl der Clubs wird Shibuya nur noch übertroffen von dem Partyviertel Roppongi.
Shibuya 109
Wieder zuürck auf der Center Gai hat man links und rechts zwei verschiede Möglichkeiten sein Geld auszugeben: Da wäre das Shibuya 109 (ausgesprochen: Shibuya one-oh-nine), dem größten Einkausfzentrum von Shibuya. Vorallem für junge Mädchen ist das Shibuya 109 das Mode-Mekka, einige campieren nachts vor dem Gebäude, damit sie am nächsten Tag die ersten sind, für Angebote in Kleidung oder Make-Up.
Ebenfalls parallel zur Center Gai ist die Koen Dori, die einen gewissen Mix bietet, ohne wirklich eine speziellen Charakter zu haben. Dennoch bietet diese Straße den Manga Laden Mandarake, der 5 Stockwerke tief ein riesiges Archiv von Manga und Anime zu bieten hat.
Über die Koen Dori verteilt finden sich auch verschiedene Lautsprecher, die manchmal Musik aus Videospielen spielen, z.b. die Straßenmusik aus dem Gameboyspiel Pokémon. Das sorgt dann für absurde Momente, wenn japanische Videospiele auf japanische Realität treffen.
Etwas weiter weg vom Bahnhof befindet sich dann noch Love Hotel Hill, einer informellen Ansammlung von Love Hotels. Love Hotels sind Hotels, in denen man die Räume stundenweise mietet. Nicht selten endet der Abend für zwei modebewusste Jugendliche, die sich in der Menschenmasse von Shibuya entdeckt haben, in einem dieser Stundenhotels. – größtenteils weil der Zug nachhause nicht mehr fährt oder die Eltern im ersten Stock wohnen.
Ob man Shibuya nun mag oder nicht, man kommt kaum drum herum. Und warum auch nicht, es lohnt sich wirklich. Kunst, Klamotten. Kommerz und Menschenmassen – alles was man in Tokyo vermutet, man kann es hier finden.
Wie kommt man hin:
Shibuya ist nur drei Station von Shinjuku entfernt, auf der Yamanote Linie. Aber auch die Keio-, Inokashira-, Saikyo-, Tokyu Toyoko- und Denentoshi-Linie halten hier.
Mitnehmen sollte man:
Einen leeren Koffer aus Deutschland, um Platz für all die Klamotten zu haben. Und natürlich einen vollen Geldbeutel.
Vermeiden sollte man…
…auf der großen Straßenkreuzung bei Rot auf die andere Seite zu wollen. Und bei Grün sollte man aufpassen, von den tausend Menschen nicht überrannt zu werden.






